Geben und Nehmen in einen komplexen Ausgleich bringen

geben und nehmen

Geben und Nehmen aus einer neuen Perspektive

Geben und Nehmen sind in unserem Kulturkreis ausgeglichen. Aber ist das ein Wunder, wenn wir mit der Devise „Geben ist seliger denn Nehmen“ aufwachsen?

Aus meiner Sicht holpert dieses Gleichgewicht in beiden Richtungen: sowohl das Geben ist aus der Harmonie gefallen, als auch das Nehmen.

Warum ich das so sehe und wo ich die verschiedenen Ursachen dafür orte, werde dir in diesem Beitrag darlegen.

 

Was dich in diesem Beitrag erwartet:

  • Geben und Nehmen in den unterschiedlichen Beziehungen
  • Woher kommt das Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen?
  • Geben und Nehmen als Ausdruck mangelnden oder übersteigerten Selbstwertgefühls
  • Gewinn aus dem Geben – warum ist für viele das Geben seliger als das Nehmen?
  • Wunsch nach Kontrolle als Ursache für die Unfähigkeit zu nehmen
  • Geben und Nehmen in Bezug gesetzt zur Atmung
  • Physisches, mentales und emotionales Geben und Nehmen
  • Materielles und ideelles Geben und Nehmen
  • Wie sieht das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen in deiner „ich mit mir“ Beziehung aus?
  • Mein Tipp für dich

 

Geben und Nehmen in den unterschiedlichen Beziehungen

Es gibt praktisch keine Beziehung, in der es nicht irgendeinen Austausch, irgendeine Art von Geben und Nehmen gibt. Denn natürlich beziehe ich geben und nehmen nicht nur auf Stoffliches und auf materielle Werte.

ausgleich

Wir geben und nehmen sowohl in privaten als auch in beruflichen Beziehungen. Einen solchen Austausch gibt es mit Fremden ebenso wie mit Nahestehenden. Wir geben und nehmen bewusst, oft aber auch unbewusst.

Und meiner Ansicht nach sollte das Gefälle in diesem Austausch nie zu groß werden. Zumindest nicht auf Dauer.

Allerdings gilt es, mehrere Faktoren miteinzubeziehen, um wirklich Gerechtigkeit walten zu lassen.

 

Materieller Austausch – ideeller Austausch

In unserer immer älter werdenden Gesellschaft gilt es, die Perspektive eines Tages pflegebedürftig zu sein, durchaus ins Auge zu fassen.

Wenn ich beispielsweise Pflege brauche (vorübergehend oder auf Dauer), muss das nicht heißen, dass ich nur nehmen muss, aber nichts zu geben habe.

Einerseits kann ich das Glück haben, auf genügend finanzielle Ressourcen zurückgreifen zu können. Damit kann ich einen materiellen Austausch gewährleisten und gebe Geld für Pflegeleistung.

wohlstand

Aber wenn mir dieses nicht im ausreichendem Maß zur Verfügung steht, dann kann ich immer noch ideelle Werte geben.

 

Beispiele

Stephen Hawking ist für mich ein Paradebeispiel für einen Menschen, der über viele Jahre Pflege gebraucht hat. Dennoch sehe ich bei ihm kein Ungleichgewicht, weil er der Menschheit so viel Ideelles gegeben hat.

Es mag Menschen geben, die seine Erkenntnisse und Einsichten absolut nicht interessieren. Dennoch empfinde ich seinen Beitrag als höchst wertvoll.

Ein anderes Beispiel wäre ein alter Mensch, der sich nicht mehr selbst versorgen kann. Auch er kann, wenn er nicht genügend finanzielle Mittel hat, seine ideellen Gaben einbringen, um einen Austausch zu gewährleisten.

Das kann ein dankbares Lächeln sein, ein liebevoller Blick oder auch eine weise Geschichte, die er erzählen kann.

gehirn ist plastisch

 

Idealistischer Blick auf das Geben und Nehmen

Klingt dieser Gedanke angesichts der Realität in unseren Pflegeheimen zu idealisierend?

Mag sein. Aber ich denke, eine solche Sichtweise täte unserer Gesellschaft wohl!

Erweitern wir doch unsere Perspektive und beziehen wir Dinge mit ein, die wir bisher vielleicht nicht in Betracht gezogen haben!

Zen-Meister sprechen vom Anfänger-Bewusstsein, aus dem wir das Altbekannte mit neuen Augen betrachten. Das kann unseren Horizont wohltuend erweitern!

 

Geben und Nehmen und der Verlust eines Zwillings

An dieser Stelle möchte ich dich mit einer Sichtweise bekannt machen, die dir vielleicht neu ist. Ja sie mag dir sogar merkwürdig vorkommen.

Aber da ich gerade das Anfänger-Bewusstsein erwähnt habe, empfehle ich dir dennoch: sei einfach offen und erlaube deinem Horizont, sich zu erweitern!

Ein eklatantes Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen beobachte ich vor allem bei Menschen, die sehr früh ihren Zwilling verloren haben.

Dieses Phänomen ist heute weit häufiger als üblicherweise angenommen wird. Wir sprechen dann von alleingeborenen Zwillingen oder Drillingen, wenn sogar zwei Embryonen gestorben sind.

Menschen mit dieser speziellen Anlage können meist um vieles besser geben als nehmen. Zumindest so lange sie sich ihres frühen Verlustes noch nicht bewusst sind.

zwillinge getrennt

 

Worauf beruht dieses Ungleichgewicht?

Dieses Ungleichgewicht basiert auf dem mangelnden Selbstwertgefühl, unter dem praktisch alle Alleingeborenen leiden.

Wie sieht es mit deinem Selbstwertgefühl aus?

Hast auch du das Gefühl, du müsstest dich erst als wert erweisen?

Müsstest erst liebenswert sein, um Liebe zu verdienen?

Ganz so als wäre Liebe ein Austauschprodukt für Wohlverhalten…

Ein solches mangelnde Selbstwertgefühl beruht sehr oft auf angeborenen Schuldgefühlen. Menschen, die ein Geschwister verloren haben, leiden unter dem Gefühl, sie seien schuld an diesem Tod.

Diese Gewissensbisse beruhen übrigens auf einem ähnlichen Irrtum wie jene von Scheidungskindern. Auch diese haben irrtümlich das Gefühl, sie wären schuld an der Scheidung der Eltern und leiden ihr Leben lang darunter.

 

Schuldgefühle und mangelndes Selbstwertgefühl

Ebenso irrtümlich aber stark wirksam sind die Schuldgefühle alleingeborener Zwillinge. Denn natürlich sind sie nicht für den Tod ihres Mehrlings verantwortlich.

dich klein zu halten

Aber dieser Irrtum kann das ganze Leben prägen. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Alleingeborene die Ursache für sein angekratztes Selbstwertgefühl und seine Schuldgefühle erkennt. Ab dann kann Heilung geschehen.

Wenn du dich in dieser Beschreibung wiederfindest, dann möchte ich dir meinen großen HSP Test ans Herz legen, in dem du auch deine Anlage als alleingeborener Zwilling verifizieren kannst..

Anhand derer kannst du den Verdacht, auch von diesem Phänomen betroffen zu sein, verifizieren. Und glaube mir: damit beginnt für dich ein völlig neues und besseres Leben!

Eine Folge aus diesen Schuldgefühlen ist eben der Drang oder sogar Zwang zum Geben, um sich des Überlebt-Habens als wert zu erweisen. All das passiert natürlich unbewusst, wirkt aber um nichts weniger nachhaltig.

 

Wie sieht bei dir das Gleichgeicht zwischen Geben und Nehmen aus?
  • Kennst auch du dieses zwanghafte Geben?
  • Dem die Unfähigkeit des Annehmens gegenüber steht?
  • Weil du den Eindruck hast, du hättest es nicht verdient?
  • Du wärst nicht gut genug?
  • Kannst du auch viel besser geben als annehmen?
  • Oder beobachtest du ein solches Verhalten bei anderen in deiner Umgebung?

Du kennst sicher das Phänomen, dass uns unser eigenes Verhalten, das wir verdrängen, viel leichter an anderen auffällt. Daher die letzte Frage.

Wenn dir daher ein solches Ungleichgewicht immer wieder bei anderen auffällt, dann sieh einfach auch bei dir selbst näher hin. Vielleicht wirkt hier eine wertvolle Spiegelung…

Jedenfalls bist du bei weitem nicht allein, wenn auch du besser geben als annehmen kannst. Dieses Ungleichgewicht reicht von der automatischen Ablehnung von Einladungen und nett gemeinten Komplimenten bis zur geradezu reflexartigen Zurückweisung von Geschenken.

Dahinter steckt das komplexe und sich sehr schlimm anfühlende Gefühl von:

  • Ich bin es nicht wert, dass man mich lobt!
  • Und ich habe es nicht verdient, dass man mich verwöhnt!
  • Ich bin es nicht wert, dass man sich mir widmet!
  • Und ich habe es nicht verdient, dass man mich wertschätzt!
  • Ich bin es nicht wert, dass man etwas für mich tut!
  • Und ich habe es nicht verdient, geliebt zu werden!
  • Ich bin wertlos und habe all das nicht verdient!

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Dahinter steckt aber auch der Wunsch nach Kontrolle.

 

Wunsch nach Kontrolle als Ursache für die Unfähigkeit zu nehmen

Oft haben wir das Gefühl, uns abhängig zu machen, wenn wir annehmen. Und das läuft natürlich unserem Wunsch, die Kontrolle zu behalten, zuwider.

Das kommt natürlich darauf an, wie gegeben wird.

Nicht selten gibt es zwischen Geben und Nehmen so etwas wie ein Gefälle. Eine Art Gnaden-Gefälle, das sich gar nicht gut anfühlt. Und das uns die Kontrolle raubt.

Ich gebe dir etwas, weil ich mehr habe (bin, kann, weiß…) als du; und weil du etwas von mir brauchst.“

Dann kann Großzügigkeit schon zu Großspurigkeit verkommen.

Ich habe mich oft gefragt, wie es Menschen wie dem bereits erwähnten Stephen Hawking geht, die so völlig von anderen abhängig sind. Und denen kaum mehr Kontrolle über ihr Leben bleibt.

Wie sieht das bei dir aus?

Möchtest du möglichst immer die Kontrolle behalten?

Wäre es für dich ein Horror, so von der Gunst anderer abhängig zu sein?

 

Beim Geben und Nehmen die Würde behalten

Ich denke an den französischen Redakteur Jean-Dominique Bauby, der nach einem Schlaganfall vollkommen gelähmt war, Er konnte sich nur mehr durch Augenblinzeln verständigen und hat auf diese Weise seiner Lektorin sein lesenswertes Buch „Schmetterling und Taucherglocke“ diktiert.

schmetterling

Der Verlag beschreibt dieses Buch als „Dokument der Selbstbehauptung getragen von Stolz, Würde, Gelassenheit und Mut“.

Wie geht ein Mensch in einer solchen Lage mit seiner verbleibenden Lebendigkeit um? Ich denke, das hat viel damit zu tun, wie die Menschen, die ihn versorgen, mit ihm und dieser Situation umgehen.

Das heißt, wie sich Geben und Nehmen gestalten, ist einerseits Folge daraus, wie jemand annehmen kann. Hängt aber auch davon ab, wie der Gebende gibt.

 

Gewinn aus dem Geben – warum ist für viele das Geben tatsächlich seliger als das Nehmen?

Natürlich kann der Gebende einen Gewinn aus seiner Freigebigkeit ziehen. Dieses geradezu zwanghafte Geben lässt uns besser fühlen. Wenn wir reichlich geben können, heißt das doch, dass wir viel zu geben haben; und dies steigert unseren Selbstwert. Was besonders wichtig ist, wenn er uns mangelt.  So gewinnen wir im Geben für Augenblicke eine Spur von Wert und bestätigen uns damit unsere Lebensberechtigung.

Vor allem uns selbst gegenüber, denn normalerweise spricht uns keiner diese ab.

Bestärkt werden wir in unserem einseitigen Verhaltensmuster dann auch noch von dem Spruch: „Geben ist seliger denn nehmen“. Dieser ist in aller Munde, wobei die wenigsten wissen, woher er kommt.

Damit möchte ich das gute Gefühl beim Geben natürlich keineswegs verdammen, ich denke nur, wir sollten uns der Mechanismen, die hier ablaufen, bewusst sein.

 

Geben und Nehmen in Bezug gesetzt zur Atmung

Was haben Geben und Nehmen mit der Atmung zu tun?

Erlaube mir an dieser Stelle, dir das Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen in Analogie zur Atmung zu setzen. Vielleicht kann ich dir damit das eine oder andere Aha-Erlebnis bescheren.

 

 

Beginnen wir mit einem scheinbaren Allgemeinplatz: so wie du einatmen musst, um ausatmen zu können, so braucht es zuerst die Ausatmung, um Raum für die Einatmung zu schaffen.

Das scheint so logisch zu sein, dass wir es gar nicht mehr hinterfragen. Aber auch dabei gibt es oft ein Ungleichgewicht.

Niemand kann nur ausatmen, dennoch tun Menschen, die nicht gut annehmen können, oft genau das. Sie geben und verausgaben sich. Sie verströmen sich ganz und gar – und atmen oft weit mehr aus als ein.

 

Ein interessantes Phänomen

Damit verbunden ist ein weiteres interessantes Phänomen. Vielleicht kennst du das auch von dir selbst – möglicherweise ohne dass es dir je bewusst aufgefallen wäre.

Achte einmal bewusst darauf:

In welcher Phase deiner Atmung hast du deine Ruhephase?

Normalerweise atmen wir ja nicht ununterbrochen. Vor allem dann, wenn wir uns konzentrieren, haben wir meist die fatale Tendenz, den Atem anzuhalten. Fatal deshalb, weil wir eigentlich genau dann mehr Sauerstoff bräuchten.

Ist dir das schon einmal bewusst aufgefallen?

Achte einmal darauf, wenn du dich das nächste Mal intensiv konzentrierst.

wertlos

 

Wo liegt deine Atempause?

Da es normalerweise immer Pausen zwischen der Ein- und der Ausatmung gibt, stellen sich also folgende Fragen:

In welcher Phase liegt üblicher Weise meine Pause?

Nach der Einatmung oder nach der Ausatmung?

Kann ich aus meiner Atempause mehr einatmen – habe ich also mehr ausgeatmet?

Oder kann ich mehr ausatmen – bin ich also eher in der Einatmung stehen geblieben?

Beobachte das vor allem nachts. Vielleicht wachst du auf und merkst, dass du nach Luft schnappst, weil du wieder viel zu lang im ausgeatmeten Zustand geblieben bist. Und natürlich für eine ganze Weile zu wenig Luft bekommen hast.

Die Medizin spricht von „Schlaf-Apnoe“. Diese ist oft mit Schnarchen verbunden, muss es aber nicht sein.

 

Wir atmen meist mehr aus als ein

Meiner Erfahrung nach ist diese Pause bei alleingeborenen Zwillingen meist nach der Ausatmung – in Analogie zur Verausgabung.

zwillinge

Das korreliert mit unserer Neigung, besser geben (= ausatmen) als annehmen (= einatmen) zu können. Dann atmen wir meist erst wieder ein, wenn unsere Sauerstoffrezeptoren Not signalisieren.

Wenn du dich selbst dabei ertappst, viel zu lange in der Ausatmung zu verharren, ehe du wieder Luft holen – und davon dann auch noch meist viel zu wenig, weil deine Atmung generell zu flach ist –, dann empfehle ich dir zwei Dinge:

 

Meine Empfehlungen:

Erstens atme einmal ganz bewusst und möglichst langsam ein, so lange wie es dir möglich ist!

Dabei wird dir wahrscheinlich auffallen, dass du um vieles weiter einatmen kannst, als du es üblicherweise tust.

Das heißt in anderen Worten, dass du deine Lungenkapazität nicht ausnützt und dir viel zu wenig von dem wertvollen Sauerstoff gönnst, der dir eigentlich zur Verfügung stünde.

Manches Mal frage ich mich, ob wir mehr atmen würden, wenn wir für den Sauerstoff bezahlen müssten…  (link zum geben-nehmen / atem-video!)

Und zweitens geh liebevoll und nachsichtig mit dir um, wenn du dich bei diesem Verhalten ertappst!

Mach dir deswegen keineswegs Vorwürfe, sondern erkenne, welches Muster hier wirkt.

Und dann ändere deinen Atem-Rhythmus – möglichst mit viel Geduld!

Denn diese Änderung wird nicht von einem Tag zum anderen gehen. Allerdings wird es dir in liebevoller Selbstannahme um vieles leichter fallen, dieses neue Wissen auch tatsächlich umzusetzen.

Frag auch die Menschen in deiner Umgebung, in welcher Phase ihrer Atmung diese pausieren.

atmung

Die Antworten werden dich wahrscheinlich wundern. Denn die Phase, in der die Atmung ruht, ist meist ein deutliches Indiz für einen Halbzwilling  – oder eben einen Einling!

 

Beginne bei der Atmung!

Atme sehr wohl auch bewusst aus, um möglichst viel Raum für frische, mit Sauerstoff gesättigte Luft zu schaffen.

Dann atme aber ebenso bewusst und mit viel Genuss langsam ein.

Ganz langsam, damit deine Lunge sich wieder an die neue Ausdehnung gewöhnen kann!

So lange, bis es wirklich nicht mehr weitergeht!

Schalte immer wieder Pausen in deinen Alltag ein, in denen du eine Weile sehr bewusst atmest. Atme möglichst tief aus und dann möglichst tief ein!

Und wundere dich ruhig über das ungeahnte Fassungsvermögen deiner Lunge!

Das sich durch bewusste Atmung übrigens noch erweitern wird.

 

Liebe atmen

Dabei kannst du dir übrigens vorstellen, dass du im Ausatmen Liebe gibst. Einem bestimmten Gegenüber, das du vor deinem geistigen Auge siehst. Oder auch allgemein der Welt, der Menschheit, dem Universum.

Und im Einatmen nimm Liebe an!

liebe

Auch diese Liebe kann von einer geliebten Person kommen, die du dir in der Vorstellung vergegenwärtigst, oder aus dem Universum, von der Menschheit, von Gott!

Meiner Ansicht nach steht uns in jedem Augenblick unseres Lebens nicht nur ein unermessliches Angebot an Sauerstoff, sondern auch an Liebe zur Verfügung. Daraus können wir jederzeit, in jeder Situation, bei jeder Gelegenheit schöpfen, wenn wir uns dafür empfänglich machen.

Energie geht nicht verloren – das hat die Physik uns bewiesen.

 

Liebe ist eine Form von Energie.

Sie geht also nicht verloren, nachdem wir (oder andere) sie ausgestrahlt haben!

Daher ist auch die Liebe, die irgendjemand uns irgendwann einmal geschenkt hat, nach wie vor für uns da – ob wir sie damals annehmen konnten oder nicht.

Liebe verbraucht sich nicht. Und sie wird weder weniger, wenn wir sie annehmen, noch, wenn wir sie nicht annehmen. Wenn sie also quasi brach liegt.

Ich habe dazu das Bild einer Poste Restante Sendung, die nur darauf wartet, dass wir sie endlich abholen.

Und dazu eignet sich die Phase der Einatmung geradezu ideal, damit heben wir zugleich unseren Energiepegel. Denn Liebe ist eine sehr nährende Energieform.

Mehr dazu findest du auch in meinem Buch „Die Liebe in mir“, zu dem du in der eBook Fassung eine Bonus-Meditation dazu bekommst.

die liebe in mir ebook

 

Schenk dir selbst deine Liebe!

Natürlich spricht nichts dagegen, außer vielleicht deinem inneren Saboteur, in der Ausatmung auch dir selbst Liebe zu schenken. Und in der Einatmung diese Eigenliebe dann auch anzunehmen.

Klingt das alles zu absurd in deinen Ohren?

Kannst du dir selbst Liebe schenken?

Warum solltest du das nicht tun?

Wer oder was spricht dagegen?

Fällt dir dies in der erwachsenen Form schwer?

Dann denk dabei einfach an dein inneres Kind!

positive emotionen

Sieh ein Foto aus deiner Kindheit vor dir und schenke dem kleinen Mädchen, dem kleinen Buben all deine Liebe.

Du nimmst damit niemandem etwas weg! Im Gegenteil.: du hebst die Schwingung der Erde.

Vor allem aber nimm in der Rolle deines inneren Kindes auch deine Eigenliebe an!

 

Beobachte dich im Alltag!

Als nächsten Schritt möchte ich dich dazu anregen, dich im Alltag sehr aufmerksam zu beobachten – nicht nur in der Atmung!

Sieh dir selbst über die Schulter und fühle dich in dich selbst ein, wenn du dich gerade wieder im „Gebe-Krampf“ (ja, so möchte ich das bezeichnen!) ertappst!

Dann allerdings mach dir keine Vorwürfe, sondern ganz im Gegenteil! Freu dich, dass du wieder eine dieser uralten und destruktiven Reaktionen entdeckt hast!

Sei stolz auf deine Aufmerksamkeit und Bewusstheit, klopf dir meinetwegen mit einem ehrlichen: „Bravissimo!“ auf die Schulter.

Muss ja niemand anderer sehen. Damit machst du deinem inneren Kind eine riesige Freude.

Nimm dich liebevoll in deinem derzeitigen So-Sein an!

Dann – und wirklich erst dann – erlaube dir, dich neu auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Geben und Nehmen zu programmieren!

In dem Augenblick, wo du erkannt hast, dass du in alter Manier und nicht besonders liebevoll dir selbst gegenüber reagiert hast, und dir dennoch oder gerade deshalb selbst deine innigste Liebe schenkst, kann und wird Heilung geschehen.

zu sich stehen

Buddha sagte:

„Was immer du tust, liebe dich dafür, dass du es tust!“

Ja, manchmal dürfen wir uns sogar dafür lieben, dass wir uns im Augenblick nicht lieben können.

 

Geh nachsichtig mit dir selbst um!

Wenn du dich dabei ertappst, ein liebevolles Angebot auszuschlagen, dann werde dir dessen einfach bewusst!

Ebenso wenn du etwas zurückweist, das man dir geben oder für dich tun möchte.

Aber auch wenn du ein Kompliment nicht annehmen kannst.

Je nachdem wie deine Annehm-Blockade sich eben zeigt.

Nimm dich in all diesen Reaktionen liebevoll an, vergib dir mit der Nachsicht, die du auch anderen selbstverständlich zukommen lassen würdest. Und schenk dir selbst all deine Liebe, Zuneigung, Wertschätzung, Bewunderung, Hochachtung, Anerkennung, Fürsorge und Bestätigung, derer du fähig bist!

Aber nimm all das dann auch offenen Herzens an! Auch und gerade von dir selbst!

Am besten mache das vor einem Spiegel – auch wenn dich dabei höchst merkwürdig vorkommen! So kann und wird nach und nach Heilung geschehen!

spiegelung

Und wenn du zwischendurch Rückfälle hast und ab und zu wieder aus deiner Eigenliebe fällst, macht das nichts. Wenn dir die Fähigkeit, dich selbst in deinem So-Sein anzunehmen abhanden zu kommen scheint, heißt das nicht, dass du gescheitert bist! Das sind bloß kleine Rückfälle, die du dir nachsehen solltest!

Werde nicht wieder Opfer deines Perfektionismus!

Erkenne das Muster dahinter, vergib dir, dass du nicht immer all das, was du weißt, leben und eins zu eins umsetzen kannst!

Gib dich auch einmal mit neunzig Prozent zufrieden!

 

Geben und nehmen als Ausdruck mangelnden oder übersteigerten Selbstwertgefühls

Neben dem Gebe-Krampf, der meiner Meinung nach aus mangelndem Selbstwertgefühl resultiert, gibt es auch den Nehme-Krampf.

Ich wundere mich immer, warum der Begriff „Selbstbewusstsein“ so falsch gebraucht wird. Ein Mensch mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein ist sich seiner bewusst. Aber das heißt keineswegs, dass er sich auch als wertvoll einschätzt, also ein gesundes, ja gar zu starkes Selbstwertgefühl an den Tag legt. Aber so wird der Begriff meist verwendet.

„Na, der (die) hat aber ein ganz schönes Selbstbewusstsein!“

Und natürlich gibt es auch Menschen mit einem übersteigerten Selbstwertgefühl. Solche Menschen sind dann wie ein Fass ohne Boden: sie nehmen ohne Ende und haben meist nichts zu geben. Für sie fühlt sich das Geben nicht seliger an als das Nehmen.

Interessanterweise beruht ein solch übersteigerter Selbstwert oft auf einem in der Tiefe lauernden Mangel und dient quasi als Überkompensation.

Das heißt, wir können davon ausgehen, dass beide Formen eines Ungleichgewichtes zwischen Geben und Nehmen letztlich auf ein mangelndes Selbstwertgefühl zurückzuführen sind.

Aber da diese Menschen, wie ich bereits erwähnt habe, kaum an solche Artikel kommen, brauche ich mich auch nicht an sie zu wenden.

Wenn du an mangelndem Selbstwertgefühl leidest, möchte ich dir meinen Blog-Beitrag zum Thema Selbstwertgefühl ans Herz legen.

Oder du liest mein Selbstwert-Buch.

selbstwertbuch

 

Physisches, mentales und emotionales Geben und Nehmen

Da ich Geben und Nehmen hier aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten möchte, wenden wir uns nun den drei Bereichen unseres Lebens zu.

Im täglichen Leben können wir diese drei Ebenen nicht voneinander trennen. Aus didaktischen Gründen scheint mir deren einzelne Behandlung aber sinnvoll zu sein.

Jedenfalls scheint mir in jeder das Prinzip der Gegenseitigkeit wichtig zu sein.

 

Geben und Nehmen auf Körperebene

Ein wesentlicher Aspekt in der Körperlichkeit ist unsere Sexualität. Um diese erfüllt zu erleben, braucht es einen guten Ausgleich zwischen diesen beiden Phasen.

Was braucht es dafür?

  • Aufmerksamkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Fürsorge
  • Geduld
  • Und natürlich Liebe.

All das sollte von beiden Seiten vorhanden sein. Aber am wichtigsten scheint mir die Resonanz zu sein.

Wenn in einem Orchester die Instrumente nicht aufeinander abgestimmt sind, wird der gemeinsame Klang sich nicht gut anhören.

Dementsprechend glaube ich nicht an den Begriff „sie ist gut im Bett“ oder „er ist nicht gut im Bett“. Für mich gibt es ein „passend“ oder „nicht passend“.

Empfindest du das ähnlich?

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Resonanz im Geben und Nehmen

Natürlich kann tiefe Liebe fehlende Resonanz bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Dennoch glaube ich, dass vor allem ein grundsätzliches harmonisches aufeinander eingestimmt Sein nachhaltige erfüllte und erfüllende Sexualität gewährleistet.

Diese Einstimmung ist aber generell wichtig für gemeinsames Wohlfühlen.

Kennst du das Phänomen, dass es Menschen gibt (zuweilen sogar Fremde), in deren Gegenwart du dich wohl und angenehm fühlst?

Und andere (das können auch Verwandte sein) dir mit ihrer Gegenwart ein oft kaum zu erklärendes Unbehagen vermitteln?

Ich nenne dies energetische Resonanz oder Dissonanz. Und diese scheint mir umso wichtiger zu sein, je mehr Zeit wir mit den entsprechenden Menschen verbringen.

Meiner Erfahrung nach beruht dieses Phänomen oft auf einem energetischen Gefälle, das bewirkt, dass eine Person der anderen Energie abzapft. Oft ohne sich dessen bewusst zu sein.

Fragst du dich nun, was Energie auf der körperlichen Ebene verloren hat?

Nun, im Grunde ist alles Energie, wie die neue Physik uns beweist. Und körperliche Nähe wirkt vor allem energetisch – ob wohltuend oder nicht.

 

Geben und Nehmen auf mentaler Ebene

Hier geht es vor allem um unsere Kommunikation.

Was gebe ich meinem Gegenüber verbal und nonverbal?

Und wie empfänglich bin ich für das, was es mir mental zu bieten hat?

Auch hier scheint mir die Resonanz wesentlich zu sein. Ich sehe diese analog zu Radiowellen, die ich nur dann empfangen kann, wenn mein Empfangsgerät eingeschaltet und auf die richtige Frequenz eingestellt ist.

Aber natürlich sollte auch das zu empfangende Signal möglichst rein und störungsfrei sein.

in mich hineinhören

Darüber hinaus geht es natürlich auch um den Inhalt, also das zu vermittelnde und zu empfangende Was.

Wobei aus meiner Sicht ein großer Teil unseres Austausches nonverbal passiert – und zwar nicht nur in Mimik, Gestik, Körpersprache und Betonung. Sondern auch auf gedanklicher Ebene.

Es ist nicht egal, was ich über einen Menschen denke, weil wir im Grunde alle bis zu einem gewissen Grad Gedanken lesen können.

Da ich dir in diesem Blog einen eigenen Beitrag zum Thema Kommunikation biete, werde ich hier nicht näher darauf eingehen, sondern dich darauf verweisen.

 

Geben und Nehmen auf emotionaler Ebene

Unsere Emotionen decken ein weites Spektrum ab und wir geben und nehmen sie sowohl direkt als auch indirekt.

Natürlich sind auch unsere Emotionen eine Form von Energie, die auch mit der entsprechenden Resonanz reibungsfreier ausgetauscht werden kann.

Auch dieser Lebensbereich sollte in Balance sein, ist es meiner Erfahrung nach allerdings selten.

Vor allem bei alleingeborenen Zwillingen, die oft die Tendenz haben, einseitig zu lieben.

Das liegt einerseits daran, dass sie generell besser geben als annehmen können; und daher nicht selten ein Gegenüber anziehen, das umgekehrt gepolt ist.

Andererseits wirken sie magnetisch für nicht erreichbare Partner. Physisch nicht erreichbar im Sinne von Fernbeziehungen. Aber auch mental und emotional nicht erreichbar, weil sie in der inneren Emigration leben.

 

Liebe geben und nehmen

Menschen, die als Mehrlinge inkarnieren, sind von Beginn an auf ein Wir programmiert und daher besonders liebesfähig. Sie wünschen sich genau die Innigkeit und Intimität und Nähe, die sie zu Beginn ihrer Inkarnation erlebt haben; und suchen genau das in ihren Partnerschaften.

Aber meist erlauben sie sich – in Solidarität mit ihrem verlorenen Zwilling – keine erfüllte Beziehung. Da ihre nicht zur Welt gekommene zweite Hälfte keine glückliche Beziehung erleben kann, gestehen sie sich eine solche auch nicht zu. Daher ziehen sie unbewusst immer wieder Partner an, die ihre Wünsche und Sehnsüchte nicht erfüllen.

Daher ist das Phänomen der einseitigen Liebe bei Alleingeborenen besonders verbreitet. Und wirkt für diese Menschen noch quälender als für Einlinge, für die Beziehung lange nicht so existenziell wichtig ist.

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Ein Einling kann gut mit sich alleine sein und braucht nicht unbedingt ein Du. Einfach, weil er es zu Beginn seiner Inkarnation nicht so intensiv erlebt hat; also nicht auf ein Wir programmiert ist.

Das bedeutet, dass die Erfahrung einseitiger Liebe – besonders, wenn sie wiederholt passiert – ein starkes Indiz für den frühen Verlust eines Mehrlings (oder mehrerer) ist.

Wenn du dieses Muster also aus deinem eigenen Leben kennst, dann möchte ich dir ans Herz legen, dich intensiv mit meiner Indizienliste auf meiner Alleingeborenen-Webseite auseinanderzusetzen.

 

Materielles und ideelles Geben und Nehmen

Den Ausgleich im materiellen Geben und Nehmen würde ich etwas weiter fassen. Er wird aus meiner Sicht nicht immer genau eins zu eins funktionieren. Dennoch trachte ich stets nach Gerechtigkeit und Harmonie. Ich wäre keine Alleingeborene, wären mir diese beiden Faktoren nicht enorm wichtig!

Das Prinzip der Gegenseitigkeit ist ja auch eine Funktion der Zeit. Das heißt, wir können die Balance auch über längere Zeitstrecken betrachten.

In einer Beziehung kann beispielsweise in einer Phase der eine Partner mehr geben, während im nächsten Zeitraum der andere der Gebende ist.

zeit

Zwei Beispiele zur Illustration:

Während er studiert, sorgt sie für die finanzielle Absicherung. Oder umgekehrt. Aber dann wendet sich das Blatt und er wird zum Ernährer, damit sie sich weiterbilden kann.

Während sie sich um den neugeborenen Nachwuchs kümmert, hält er ihr den Rücken frei. Aber dann geht für eine Weile er in Karenz, sodass sie sich ihrer Karriere widmen kann.

Ein solcher Ausgleich kann also durchaus zeitverschoben funktionieren, wenn sich das für beide stimmig anfühlt.

 

Wie sieht das Gleichgewicht zwischen geben und nehmen in der „ich mit mir“ Beziehung aus?

Nun sind wir bei der meiner Ansicht nach wichtigsten Beziehung angelangt: der Beziehung mit uns selbst.

Besonders in dieser scheint mir die Balance wesentlich zu sein, denn immerhin sind wir selbst der wichtigste Mensch in unserem Leben.

Mit keinem Menschen verbringen wir so viel Zeit wie mit uns selbst, also sollten wir hier wirklich liebevolle und wertschätzende Balance zwischen Geben und Nehmen anstreben!

versöhnung

Vielleicht magst du dich an dieser Stelle fragen:

Was gebe ich mir?

Und was nehme ich von mir an?

 

Mein Tipp für dich

Heute möchte ich dir einige prozess-orientierte Fragen ans Herz legen. Nimm dir Zeit, um dich in Ruhe damit zu befassen!

  • Wie geht es mir mit Komplimenten?
  • Kann ich Komplimente geben?
  • Sind diese immer ehrlich gemeint?
  • Wie geht es mir, wenn diese zurückgewiesen werden
  • Wie reagiere ich, wenn jemand mich und meine Leistungen lobt?
  • Lobe ich gern andere?
  • Wie geht es mir, wenn mein Gegenüber dieses Lob nicht annehmen kann?
  • Wie gut kann ich Geschenke annehmen?
  • Schenke ich gern?
  • Wie geht es mir, wenn jemand mein Geschenk zurückweist?
  • Kann ich Einladungen annehmen?
  • Lade ich andere gern ein?
  • Wie geht es mir, wenn meine Einladung nicht angenommen wird?
  • Kann ich mir helfen lassen?
  • Und helfe ich gern?
  • Wie geht es mir, wenn meine Hilfe zurückgewiesen wird?
  • Wie gehe ich damit um, wenn jemand mir Zeit widmen möchte?
  • Widme auch ich gern anderen meine kostbare Zeit?
  • Wie geht es mir, wenn mein Gegenüber mein Angebot nicht annehmen will?

 

Fazit

In diesem Beitrag habe ich den Ausgleich zwischen Geben und Nehmen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und meine Einstellung zu diesen beiden Phasen mit dir geteilt.

ausgleich

Geben und Nehmen sollten in jeder Beziehung möglichst ausgeglichen sein; wobei die beiden Partner natürlich abwechselnd ihre jeweiligen Stärken einbringen können.

Und es mag phasenweise auch unterschiedliche Schwerpunkte geben. Aber im großen Überblick sollte es meinem Gefühl nach einen harmonischen Ausgleich geben.

Und das gilt gleichermaßen auch für die Beziehung, die wir mit uns selbst pflegen.

Um diesen Ausgleich zu erkennen, braucht es etwas mehr Bewusstheit, als wir im Alltag üblicherweise leben. Die Fragen in meinem heutigen Tipp für dich wollen dir helfen, deine Bewusstheit zu erweitern.

Wenn ich das Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen in Bezug zu unserer Atmung setze, dann möchte ich dir mit dieser Analogie ein Aha-Erlebnis vermitteln:

„Aha, ich kann auch nicht NUR ausatmen! Also sollte ich auch nicht nur geben wollen, sondern auch lernen, anzunehmen!“

Aber natürlich auch umgekehrt, wobei ich vermute, dass Menschen, die besser nehmen können als geben, kaum einen solchen Beitrag lesen.

Wenn meine Gedanken zu diesem Thema dich dazu angeregt haben, weiter darüber zu reflektieren, dann freut es mich. Und dann wird es dir vermutlich in Zukunft besser gelingen, deine Fähigkeit zum Geben mit jener des Annehmens zu erweitern.

Vielleicht konnte ich dir mit diesem Artikel helfen, etwas mehr Gerechtigkeit in dein Leben zu bringen…

 

Beitragsbild: Fotolia: styf 11544484

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